WIE CANNABIS DAS GEHIRN BEEINFLUSST

Bereits seit vielen Jahrhunderten wird die Heilwirkung von Cannabis für therapeutische Zwecke ausgenutzt. Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Medikamente auf der Basis von Cannabis bei Schmerzzuständen, Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen, Spasmen, Asthma oder auch Appetitlosigkeit erfolgreich eingesetzt. Zwischenzeitlich verloren die Arzneimittel auf Cannabisbasis aber stark an Bedeutung, da es nicht gelang, den eigentlichen Wirkstoff zu ermitteln. Das änderte sich jedoch im Jahre 1964, als im „Journal of the American Chemical Society“ die Aufklärung der Struktur des wichtigsten Wirkstoffs der Hanfpflanze, dem THC, bekannt gegeben wurde. Auf dieser Grundlage wurde dann auch das körpereigene Cannabinoidsystem (Endocannabinoidsystem) entdeckt.

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Das Endocannabinoidsystem

Das Endocannabinoidsystem wurde als eigenständiges, körpereigenes und physiologisches Regulationssystem erkannt, welches aktiv an der Steuerung des Nervensystems, des Immunsystems und am Zelltod durch Apoptose beteiligt ist. Die dabei ablaufenden biochemischen Prozesse wurden bis heute nur ansatzweise verstanden. Auf der Grundlage von Ergebnissen aus der medizinischen Forschung und den vielen durchgeführten Studien wächst immer mehr die Erkenntnis, dass Endocannabinoide einen starken Einfluss auf Lern- und Bewegungsprozesse haben. Es gibt auch Forschungsergebnisse, die sogar darauf hindeuten, dass negative Erinnerungen ausgelöscht werden könnten. Entsprechende Untersuchungen wurden mit sogenannten Knockout-Mäusen durchgeführt. Bei diesen Mäusen fehlen die CB1-Rezeptoren. Es konnte nachgewiesen werden, dass sie negative Erfahrungen nur sehr schwer vergessen können. Das Endocannabinoidsystem ist ebenfalls an der Steuerung von Bewegungszuständen, Appetit, Schmerz, Schlaferzeugung, des Schutzes von Nervenzellen, der Temperaturregulierung und des Krebswachstums beteiligt. Auch der vielfältige Einfluss von Endocannabinoiden auf den Lernprozess ist Gegenstand der Forschung.

Störungen im körpereigenen Cannabinoidsystem

Viele Wissenschaftler sind der Auffassung, dass ein Ungleichgewicht im körpereigenen Cannabinoidsystem vielfältige Störungen hervorrufen kann, die den Gemütszustand und die Psyche betreffen. So könnte es der Auslöser für bipolare Störungen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS), aber auch körperliche Erkrankungen wie Fibromyalgie, Muskelkrämpfe, das Reizdarmsyndrom, Migräne, Übelkeit oder Krampfanfälle sein. Der Forscher Ethan B. Rosso veröffentlichte im Jahre 2003 eine sehr interessante Studie, die auf diese Zusammenhänge hinweist. Britische Forscher führten eine weitere Studie durch, welche auf die Wirksamkeit von Cannabinoiden gegen Schizophrenie, psychischen Stress oder Angststörungen hinweist.

Was haben die Wirkstoffe von Cannabis mit dem körpereigenen Cannabinoidsystem zu tun?

Das ist eine sehr interessante Frage. Im Rahmen der medizinischen Forschung wurden im Körper von Säugetieren mindestens zwei Rezeptoren für Cannabinoide entdeckt. Die Cannabinoidrezeptoren können durch das Andocken sowohl von körpereigenen als auch von zugeführten Cannabinoiden aktiviert werden. Dadurch vermitteln sie durch die Hemmung von Neurotransmittern verschiedene Signale, die Einfluss auf körperliche Funktionen und Empfindungen haben. Die einzelnen Prozesse sind so kompliziert, dass sie bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt sind.

Vergleich zwischen körpereigenen Cannabinoiden und Cannabinoiden aus Cannabis

Die chemische Struktur beider Formen der Cannabinoide ist zwar unterschiedlich, aber sie üben ähnliche Funktionen aus. Ihre Funktion besteht schlicht darin, sich durch das Andocken an die entsprechenden Cannabinoidrezeptoren diese zu aktivieren und dadurch bestimmte körperliche Reaktionen auszulösen. Endocannabinoide wirken schnell bei relativ kurzer Wirkdauer. Dabei dauert die Wirkdauer bei den Phytocannabinoiden länger an. Der Grund besteht in dem langsameren Abbau von Cannabinoiden aus Cannabis.

Welche Cannabinoidrezeptoren sind bekannt?

Bisher sind hauptsächlich zwei Cannabinoidrezeptoren bekannt. Dabei handelt es sich um den Cannabinoidrezeptor 1 (CB1) und Cannabinoidrezeptor 2 (CB2). Beide Rezeptoren steuern unterschiedliche Funktionen. Während sich CB1 vor allem in den Nervenzellen befindet, wird der Cannabinoidrezeptor 2 vorwiegen in Immun- und Knochenzellen gefunden. Besonders häufig kommen die Cannabinoidrezeptoren 1 im Kleinhirn, im Hippocampus und in den Basalganglien vor. Daher haben diese Rezeptoren einen großen Einfluss auf die Hirnfunktion. Allerdings ist CB1 auch in großer Anzahl im peripheren Nervensystem des Darms vorhanden. Die Cannabinoidrezeptoren 2 haben hingegen Einfluss auf die Immunreaktionen und den Auf- und Abbau von Knochen.

Welche Cannabinoide enthält die Hanfpflanze (Cannabis indica)?

Cannabis ist bekannt durch seinen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Daneben sind noch 111 weitere Phytocannabinoide in der Cannabispflanze enthalten. Die größte Bedeutung besitzen jedoch THC und CBD.

Welche Wirkungen entfalten THC und CBD im Organismus?

THC

Bei THC muss unterschieden werden zwischen therapeutischen, Rausch erzeugenden und anderen Effekten. Es wirkt lindernd auf entzündungsbedingte und neuropathische Schmerzen. Des Weiteren mindert es Spasmen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle. Es senkt den Augeninnendruck, erleichtert das Einschlafen, hat eine appetitanregende Wirkung und hemmt die Ausbreitung von Krebszellen. Daneben besitzt THC aber auch eine hohe psychoaktive Wirkung. Diese äußert sich in der typischen Rauschwirkung von Cannabis. Es kommt zur Steigerung der Stimmung, Redseligkeit, Euphorie, Wahrnehmensveränderungen im Hinblick auf Zeitgefühl, Farben, Musik oder Geschmack. Allerdings kann THC bei sehr hohen Konzentrationen auch negative Wirkungen hervorrufen, die sich in der Beeinträchtigung von Denkleistung, Konzentration oder der psychomotorischen Leistung äußern. Des Weiteren kann es zu Psychosen, Angstzuständen, Panik, Depersonalisation und einigen körperlichen Störungen kommen.

CBD

Der Unterschied von CBD zu THC besteht in der sehr geringfügigen Psychoaktivität von CBD. CBD oder Cannabidiol wirkt aber Angst lösend, entzündungshemmend, entkrampfend und hat sich auch gegen Übelkeit bewährt. Ob es auch eine antipsychotische Wirkung ausübt, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung. Wie Tetrahydrocannabinol (THC) wirkt es an den CB1- und CB2-Rezeptoren als Agonist. Das heißt, es aktiviert die Rezeptoren beim Andocken. Im Gegensatz zu THC kann es über einen noch unbekannten Mechanismus auch hemmend auf die Rezeptoren einwirken. Des Weiteren hemmt es auch die Aktivität von Rezeptor GPR55, dessen biologische Bedeutung jedoch noch nicht geklärt ist. Durch diese Eigenschaften kann es die Wirkungsweise von THC dämpfen, besonders dessen psychoaktive Wirkung. Das Verhältnis zwischen THC und CBD in den Cannabispräparaten entscheidet daher oft über deren medizinischen Einsatz.

Anwendung von Cannabisprodukten in Deutschland

Aufgrund ihrer psychoaktiven Wirkung unterstehen manche Cannabinoide in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz oder dem Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe. Diese sind dann nur mit einer Sondergenehmigung erhältlich. Darunter zählen auch Cannabisprodukte, welche mehr als 0,2 Prozent Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Alle Cannabisprodukte mit einem Gehalt weniger als 0,2 Prozent THC können in Deutschland legal verkauft werden.

CBD Öl und Cannabisöl

Sowohl Cannabis- als auch CBD-Öl enthalten die Cannabinoide aus der Hanfpflanze. Allerdings ist Cannabisöl ein Oberbegriff für alle Öle aus der Cannabispflanze. Der Gehalt an THC im Cannabis- oder Haschischöl schwankt sehr stark. Er kann bis zu 80 Prozent betragen. Bei diesen Konzentrationen macht das Öl natürlich high, weil es stark psychoaktiv wirkt. Cannabisöle mit einem Gehalt von unter 0,2 Prozent THC werden auch als CBD-Öle bezeichnet. Sie enthalten dafür einen höheren Anteil an CBD. Daher dürfen CBD-Öle in Deutschland legal verkauft werden.

Die Wirksamkeit von Cannabis- und Cbdöl

Die Bezeichnungen für Cannabis- und Cbdöl sind oft sehr verwirrend, weil sie in den verschiedenen Ländern auch häufig eine unterschiedliche Bedeutung haben. In Deutschland muss das Cannabisöl immer einen niedrigeren Gehalt an THC als 0,2 Prozent enthalten, um legal verkauft werden zu können. Dann heißt es jedoch CBD-Öl. Beide Öle sind daher in Deutschland in ihrer Wirkung unterscheidbar. Insgesamt sind die Wirkungen beider Öle zwar vergleichbar, was ihre entzündungshemmende, Angst lösende oder entkrampfende Wirkung betrifft. Auch bei Schmerzen, Schlafstörungen und chronischer Müdigkeit können beide Öle Verbesserungen bringen. Ursprüngliche Cannabisöle mit einer höheren Konzentration an THC wirken zusätzlich noch berauschend und machen high. Allerdings kann ein Öl mit einem höheren THC-Gehalt teilweise auch positive gesundheitliche Wirkungen entfalten, die teilweise noch intensiver sind. Manche Patienten mit hartnäckigen und starken Schmerzen sind auf die Wirkung von THC angewiesen, um ihre Situation erträglicher zu gestalten. Das Cbdöl kann jedoch bei vielen Personen positive Auswirkungen auf die Linderung von Schmerzen, bei Fibromyalgie, aber auch bei Angstzuständen, Depressionen, Demenz, Gelenkentzündungen, chronischen Darmentzündungen, Schizophrenie, multipler Sklerose, bei einem geschwächten Immunsystem, bei Autoimmunerkrankungen und vielen anderen gesundheitlichen Problemen haben. Nebenwirkungen treten kaum auf, weil der THC-Gehalt im CBD Öl zu gering ist. Cannabisöle mit einem höheren THC-Gehalt sind zwar oft wirksamer, können jedoch zu mehr Nebenwirkungen führen.

Welche Auswirkungen haben die Cannabinoide nun langfristig auf das Gehirn?

Es wird immer deutlicher, dass viele Annahmen bezüglich der Auswirkungen von Cannabis auf das Gehirn heute revidiert werden müssen. So hielt sich hartnäckig die Annahme, dass das Gehirn von Cannabis negativ beeinflusst wird. Nach diesen Annahmen wirkt Cannabis zwar berauschend und erzeugt kurzfristig Glücksgefühle, was später dann jedoch zwangsläufig zu einer Sucht führen und das Gehirn zerstören soll. Wie heute bereits immer deutlicher wird, tritt häufig sogar das Gegenteil ein. Eine Abhängigkeit kann zwar auftreten. Das gilt jedoch nicht nur für Cannabis, sondern kann auch normale Nahrungsmittel oder Betätigungen wie Kaufen oder Spielen betreffen. Außerdem wurde festgestellt, dass das Suchtpotenzial im Gegensatz zum Rauchen und dem Trinken von Alkohol deutlich niedriger zu sein scheint. So entwickeln Tabak- und Alkoholkonsumenten in über 15 bis 30 Prozent der Fälle eine Abhängigkeit. Bei Cannabis besteht nach vorliegenden Studien nur zu 9 Prozent die Gefahr, eine Sucht zu entwickeln. Cannabinoide regen zwar das Belohnungszentrum im Gehirn an, was als Suchtfaktor angesehen wird. Künftige Forschungen können aber erst eine präzisere Antwort geben, wie hoch die Gefahr einer Abhängigkeit tatsächlich ist.

Welche positiven Einflüsse hat Cannabis auf das Gehirn?

Mit der Entdeckung und Erforschung des Endocannabinoidsystems des Organismus wurde die positiven Auswirkungen von Cannabinoiden auf das Gehirn immer deutlicher. Der Körper produziert ja selber Cannabinoide zur Steuerung vieler psychologischer Prozesse. Nur wenn das System ins Ungleichgewicht gerät, kommt es oft zur Entwicklung von schweren psychischen Erkrankungen, Psychosen oder auch körperlichen Fehlfunktionen. So reift langsam die Erkenntnis, dass Cannabinoide das geistige Potenzial des Menschen sogar erweitern können. Es kommt zur Zunahme der Aufmerksamkeit, der Flexibilität, der Kreativität und zur Verbesserung des Gedächtnisses. Die Mediziner finden immer mehr Anhaltspunkte für eine Förderung des Zellwachstums im Gehirn. Außerdem üben die bestätigten antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Cannabinoide ebenfalls eine positive Auswirkung auf das Gehirn aus. Zurzeit werden die Cannabinoide auf ihre Wirksamkeit gegen bisher unheilbare psychische Erkrankungen wie Alzheimer oder Morbus Parkinson untersucht.

Welche Einflüsse von Cannabis wurden noch entdeckt?

Bereits vorliegende Ergebnisse auf die Auswirkungen von Cannabis auf die kognitiven Fähigkeiten des Menschen sind sehr interessant. Einige Forscher sind hier einer aufregenden Entdeckung auf der Spur, die sogar die Altersforschung auf neue Bahnen lenken kann. So wurden von der renommierten Zeitschrift „Nature Medicine“ Ergebnisse einer Studie von Wissenschaftlern der Universität Bonn in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Hebräischen Universität in Jerusalem veröffentlicht. Laut dieser Studie deutet sich an, dass THC die Verlangsamung der Hirnfunktionen beim Altern stoppen kann. Dabei wurde in Experimenten an Mäusen deren Fähigkeit zur Navigation im Labyrinth unter dem Einfluss von THC untersucht. Ältere Mäuse unter Cannabiseinfluss konnten diese Aufgabe wesentlich besser als ihre Alterskollegen ohne Einfluss von THC bewältigen. Möglicherweise können Altersprozesse durch THC sogar umgekehrt und die Entwicklung von Demenz verhindert werden.

Fazit

Medizinische Forschungen mit Cannabis haben ergeben, dass sich die in der Hanfpflanze vorhandenen Cannabinoide THC und CBD ähnlich verhalten wie die körpereigenen Endocannabinoide. Bei Störung des Gleichgewichts im Endocannabinoidsystem kann die Gabe von Cannabinoiden aus der Hanfpflanze dabei helfen, die Gesundheit zu bewahren und gleichzeitig noch positiven Einfluss auf die Hirnfunktionen auszuüben. Das negative Image von Cannabis muss nach den neuesten Forschungsergebnissen überdacht werden. Möglicherweise steht die medizinische Forschung auf dem Gebiet des Alterns vor neuen Durchbrüchen.

Die Wirkstoffe von Cannabis stehen in Deutschland Form von CBD-Ölen legal zur Verfügung. Eine Legalisierung von Präparaten, die THC enthalten, wird von Personen des öffentlichen Lebens und Politikern zunehmend gefordert.

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