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THC und CBD: 2 Cannabinoide machen von sich reden


Von den beiden Hauptcannabinoiden THC und CBD nimmt in der Regel ersteres den größeren Raum in der Wirkstoffskala einer Cannabispflanze ein. Für die Herstellung frei verkäuflicher CBD-haltiger Produkte spielt THC jedoch eine untergeordnete Rolle, weshalb die Hanfsorte Cannabis sativa (Nutzhanf) als Grundlage verwendet wird, die bekanntlich nur noch über geringe THC-Anteile verfügt.

Cannabis sativa weist einen nur geringen THC-Anteil auf, verfügt aber über einen hohen Gehalt an Cannabidiol, Terpenen und weiteren wohltuenden Cannabinoiden. Diese Sorte wird aufgrund ihrer umfangreichen Heilwirkung verwendet, um eine Vielzahl von CBD-Produkten herzustellen.

Ein berauschender Wirkstoff: THC (Tetrahydrocannabinol)

THC hat es zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht. Dafür verantwortlich ist seine berauschende (psychoaktive) Wirkung, aufgrund derer in vielen Ländern ein Konsumverbot ausgesprochen wurde. Zucht, Besitz und Genuss von Hanf wurde unter Strafe gestellt. Dennoch handelt es sich bei THC um einen natürlichen und durchaus sinnvollen Wirkstoff – sofern die Dosis nicht ausufert.

Im Leben erweist sich übertrieben Konsumiertes stets als ungesund. Ob es sich dabei Vitamine/Minerale, Wasser, Sport, Schlaf, Nichtstun, Alkohol oder THC handelt.

  • Wer etwa zu viel Wasser auf einmal und im Tagesverlauf trinkt, muss damit rechnen, dass wichtige Mineralien ungenutzt ausgeschwemmt werden. Daraus kann sich schlimmstenfalls ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln.
  • Ein Zuviel an Vitaminen (Hypervitaminose) kann verantwortlich sein für ungeklärte Müdigkeit, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit usw. Eine regelmäßige Überdosierung von Vitamin A über mehrere Jahre hinweg erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken und kann sogar Osteoporose auslösen. Es gibt eine Vielzahl möglicher Negativ- Folgen ansonsten gesunder Wirkstoffe.
  • Ein Vergleichsbeispiel aus der Medizin liefert Digitalis, welches von Natur aushochgiftig ist und aus den Bestandteilen des Roten Fingerhutes (Digitalis purpurea) gewonnen wird. In medizinischen Dosen jedoch wird es Herzpatienten zur Stärkung des kranken Herzens verabreicht. 

Mit THC verhält es sich nicht anders. Es gibt Patienten, die aufgrund schwerwiegender Erkrankungen unter hohem Leidensdruck stehen und deren Lebensqualität zu wünschen übriglässt. Die psychoaktive Wirkung des THC’s kommt hier gerade recht, denn sie macht das Leiden erträglich und schenkt Befreiung – ganz ohne die Nebenwirkungen, wie etwa schmerzstillende Medikamente sie mitunter verursachen. Dass die Konsumenten dennoch nicht vollkommen „bekifft“ sind, liegt an der verordneten und dabei exakt dosierten Menge.

THC besitzt neben seiner psychoaktiven Wirkung eine Reihe weiterer -durchaus positiver – Eigenschaften, die weniger bekannt sind.

Was nicht jeder weiß: Tetrahydrocannabinol wirkt nicht ausschließlich psychoaktiv. Es interagiert – wie auch Cannabidiol (CBD) – mit den Cannabinoid-Rezeptoren im menschlichen Körper. Seine Wirkungsweise ist ebenfalls vielfältig:

  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend
  • schlaffördernd
  • angstlösend
  • antidepressiv
  • antioxidativ
  • antitumoral
  • antimykotisch
  • krampflösend
  • appetithemmend

Gerade chronisch kranke Patienten leiden vielfach und wissen daher die multiple Wirkung dieses Cannabinoids, dessen schlechter Ruf auf missbräuchlicher Anwendung basiert, sehr zu schätzen. Schmerzen können beispielsweise durch Entzündungen entstehen; beides wird gleichzeitig mit der Aufnahme von THC aufgefangen.

Krebspatienten hingegen haben mit Tumoren und Metastasen zu kämpfen. An dieser Stelle greift die antioxidative Wirkung des THC‘s, indem es die sogenannten freie Radikale entwaffnet und gleichzeitig gegen bestehende Umfangsvermehrungen angeht. Was viele Betroffene gemeinsam haben, sind der schlechte Schlaf, mitunter aber auch Ängste und/oder Depressionen. Auch hier greift das Cannabinoid helfend ein. Eine Dosis, die die gesetzliche 0,2 %-Grenze überschreitet, muss stets vom Arzt verordnet werden.

Während frei verkäufliche CBD-Öle und e-Liquids von Hanfpflanzen mit geringem THC-Wert stammen, liefern pure Cannabis-Blüten (nicht Cannabis sativa) einen THC-Wirkstoffgehalt, der natürlicherweise zwischen 1 % und 22 % schwankt. Sie können geraucht, gedampft oder zu Tee aufgebrüht werden. Die ideale Verdampfungstemperatur bewegt sich zwischen 190o und 210o Celsius. Jeder Anwender kann selbst herausfinden, welche Temperatur für ihn die besten Ergebnisse liefert.

Die ärztliche Verordnung von THC kann sinnvoll sein, wenn es sich um lebensbedrohliche oder stark lebenseinschränkende Erkrankungen handelt. Über die Notwendigkeit entscheidet ein fachkundiger Mediziner.

THC Konsum – Vorsicht ist geboten

Im Gegensatz zu CBD ist das Cannabinoid THC nicht ohne Risiken zu verwenden, wie die folgende Tabelle belegt:

Risiken und Beachtenswertes beim Konsum von THC

Worum geht es? Informationen
Gesundheitliche Risiken und NebenwirkungenPsychische Abhängigkeit („körperliche Abhängigkeit“ äußert sich lediglich beim vergeblichen Versuch des THC-Verzichtes; hier herrscht der Geist über den Körper und suggeriert eine vermeintliche körperliche Abhängigkeit)

Schwächung des inneren Antriebs/der Motivation durch langfristigen und intensiven THC-Konsum

Mögliche Wesensveränderungen

Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit (auch des Gedächtnisses)

THC kann Psychosen auslösen (vermutlich nur bei Personen, die ein erhöhtes/ererbtes Psychose-Risiko haben)
BeachtenswertesDosierung von Mensch zu Mensch individuell

Möglicher Toleranzeffekt (keine Wirkung mehr durch die gewohnte Dosis; hilfreich: regelmäßige Therapiepausen

Verzicht auf THC bei schweren Persönlichkeitsstörungen und Psychosen, vorliegenden schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in Schwangerschaft und Stillzeit sowie der Pubertät

Möglicher Wirkverstärker von Opioiden, Beruhigungs- und Schlafmitteln

Dieser kleine Exkurs zeigt, dass THC alles andere als harmlos ist und beweist, dass die Natur auch mit „harte Bandagen“ agieren kann. Die körperlichen und geistig/psychischen Auswirkungen können beim unkontrollierten Konsum, der ausschließlich dem Genuss dient, unkontrollierbare Ausmaße annehmen.

THC ist nicht „böse“. Menschen sind es, die Missbrauch treiben, nicht die Natur. Sie ist stets verschwenderisch, nicht sparsam. Klug und richtig angewendet, kann das Naturheilmittel THC Betroffenen in ihrer körperlichen/seelischen Not durchaus Erleichterung verschaffen.

Über die Notwendigkeit der Einnahme von THC entscheidet ein Arzt. Er stellt in erforderlichen Abständen bedarfsgerecht und zweckgebunden ein Rezept aus, das nur in bestimmten Apotheken eingelöst werden kann. Verschrieben wird nämlich ausschließlich medizinisch aufbereitetes Tetrahydrocannabinol.

Auf dem Schwarzmarkt und damit verbotenerweise erhältliches THC kann im Hinblick auf die Qualität nicht nachverfolgt werden. Es dient dazu, aus purer Lust die Sinne zu vernebeln.

Nicht psychoaktiv: CBD – das andere Cannabinoid und die rechtliche Lage

Ganz ohne Verschreibung hingegen kommt Cannabidiol (CBD) – das andere Cannabinoid mit Löwenanteil – aus. In den meisten europäischen Ländern ist der Handel mit CBD bereits legal. Es kann zu ganz unterschiedlichen Produkten verarbeitet werden. Berauschend ist lediglich seine umfangreiche Wirkungspalette, nicht aber sein Inhalt, der sich aus vielen verschiedenen Bestandteilen zusammensetzt, wie später noch zu lesen sein wird.

Voraussetzung für die Zulassung von CBD als Nahrungsergänzungsmittel ist der vom Gesetzgeber erlaubte, geringe Restgehalt an THC, welcher die 0,2 %-Marke keinesfalls überschreiten darf. In Deutschland lässt aufgrund der als unzureichend empfundenen Studienlage die Zulassung von Cannabidiol als Arzneimittel noch auf sich warten. Wer es dennoch anwenden will, muss für qualitativ hochwertige Produkte tief in die Tasche greifen. Die Gründe dafür liegen in der hohen Rohstoffqualität und der aufwändigen Extraktionsmethode.

Der direkte Vergleich: CBD vs. THC

Richtig angewendet, kann THC eine Menge Positives für die Gesundheit bewirken. Dennoch ist es nicht frei erhältlich. Sollte deshalb die gesundheitsfördernde Wirkung des Hanfes den Menschen vorenthalten bleiben? Sicher nicht!

Ganz ohne Psychoaktivität kommt Cannabidiol aus. THC ist mitunter wie ein Elefant im Porzellanladen. Zwar liebt die Welt Elefanten, doch die damit verbundenen Nachteile sind weniger willkommen. Soll heißen: THC kann viel Gutes bewirken. Den bitteren Tropfen liefert die berauschende Wirkung. Grazil und bedacht kommt hingegen CBD daher – ganz ohne Rausch, aber mit großer Wirkungspalette. Ein Toleranzeffekt ist (s. Kasten unten) ebenfalls nicht zu befürchten.

Toleranzeffekt

Gewöhnt sich ein Organismus zu sehr an einen Wirkstoff, nimmt die Wirkung im Zeitverlauf kontinuierlich ab. Eine Dosiserhöhung bringt nur vorübergehend Abhilfe, denn der Vorgang bleibt stets der gleiche. Um diesem Effekt vorzubeugen, hilft nur das Absetzen über mehrere Tage. Für diesen Zeitraum steht die gewünschte Wirkung allerdings nicht zur Verfügung.

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