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Cannabisöl gegen Epilepsie bei Kindern

Cannabis kann zur Behandlung eines breiten Spektrums von Gesundheitsproblemen eingesetzt werden. Einer der vielversprechendsten Verwendungszwecke von Cannabis ist die Behandlung von Epilepsie, einer Hirnerkrankung, die Anfälle verursacht.

Bestimmte Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze, wie Cannabidiol, kurz CBD, können bei der Behandlung von Epilepsie und anderen Störungen, die Anfälle verursachen, helfen. Kinder können in besonderer Weise von der Behandlung mit Cannabisöl profitieren.

Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine Hirnerkrankung, die durch plötzlich wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist oder Menschen für eine gewisse Zeit einem erhöhten Anfallsrisiko aussetzt. Auslöser kann eine Verletzung oder Fehlfunktion sein:

  • Hirnverletzungen
  • Gehirntumore
  • Schlaganfälle
  • Infektionen

In den meisten Fällen ist die Ursache jedoch unbekannt und Epilepsie wird einfach diagnostiziert. Es gibt ca. 40 verschiedene Arten von Epilepsie und sogar innerhalb dieser verschiedenen Arten kann es Unterschiede bei den Anfällen geben. 

Unter anderem gibt es:

  • fokale
  • partielle
  • tonische Anfälle

Die Krankheit tritt in einem breiten Spektrum auf. Das bedeutet, dass es im Bezug auf die Anfälle unterschiedliche Schweregrade gibt. Es gibt auch viele verschiedene Arten von Anfällen.

Weltweit leiden über 50 Millionen Menschen an Epilepsie. Die Mehrzahl der Fälle wird in Entwicklungsländern beobachtet. Insgesamt sind etwa 470.000 Kinder betroffen. In den USA wird 1 von 26 Menschen im Laufe seines Lebens von Epilepsie betroffen sein.

Die meisten neuen Fälle von Epilepsie werden bei Kleinkindern oder älteren Menschen diagnostiziert, aber die Erkrankung kann zu jedem Zeitpunkt im Leben beginnen.

Sie ist nach Alzheimer und Schlaganfall die dritthäufigste neurologische Erkrankung in den Vereinigten Staaten.

Die Belastung ist für Kinder und Eltern besonders hoch. Die Kleinen werden in Krankenhäuser gesteckt, zu Spezialisten gebracht, immer wieder Tests unterzogen und müssen ein Medikament nach dem anderen ausprobieren, bis endlich eines davon wirkt. Isolation und Depressionen sind oft Nebenwirkungen. Die Eltern sind dazu verdammt, sich jede Sekunde um ihr Kind zu kümmern und auf den nächsten Anfall zu warten, die Zahl der Anfälle zu zählen und deren Dauer zu dokumentieren. Dann ist es an der Zeit, die Minuten, Stunden und Tage bis zum nächsten Anfall zu zählen. Auch dies muss erneut dokumentiert werden.

Insbesondere Eltern von Kindern mit Epilepsie müssen Listen führen, sich mit Medikamenten und deren Nebenwirkungen auseinandersetzen, mit speziellen Diäten (z.B. ketogener Diät) vertraut sein oder das Kind neurochirurgisch behandeln lassen, um den nächsten Anfall zu verhindern.

All diese Behandlungen helfen allzu oft nicht, so dass die quantitative Zunahme der Anfälle das Familienleben belastet. Was folgt, sind Krankenhausaufenthalte, mehr Tests, mehr Nebenwirkungen.

CBD und THC bei Epilepsie

CBD und THC sind zwei wesentliche Bestandteile von Cannabis. Sie scheinen unterschiedliche Auswirkungen auf Epilepsie zu haben. Einige Experten empfehlen nur CBD-Produkte, andere empfehlen Produkte, die sowohl THC als auch CBD enthalten.

Die Geschichte von von Cannabis und Epilepsie

Die Menschen haben Cannabis seit Tausenden von Jahren wegen seiner medizinischen Eigenschaften verwendet. Im alten China, Indien und dem Nahen Osten wurden Dokumente gefunden, die den Gebrauch von medizinischem Cannabis belegen.

Die medizinische Verwendung von Marihuana wurde wahrscheinlich von Dr. William O’Shaughnessy entwickelt und in die westliche Medizin eingeführt. Der irische Arzt dokumentierte einige medizinische Eigenschaften von Cannabis in einem 1843 veröffentlichten Artikel.

Im Jahr 2011, also vor nur wenigen Jahren, entwickelten die Stanley-Brüder eine Marihuanasorte mit einem hohen CBD-Gehalt und wenig bis gar keinem THC. Das Ergebnis war ungewöhnlich, weil Cannabiskonsumenten nicht das typische “High” erlebten. Aber die Reaktion bei dem kleinen Mädchen Charlotte Figi war umso erstaunlicher. Figi litt an einer seltenen Erkrankung, dem so genannten Dravet-Syndrom, das über 300 Anfälle pro Woche verursachte. Mithilfe des Einsatzes von Cannabis verringerten die Stanley-Brüder die Häufigkeit von Charlottes Anfällen dramatisch. Während der achtmonatigen Behandlung sank die Zahl der Anfälle von 300 auf nur noch drei pro Woche.

Die Sorte wurde ihr zu Ehren “Charlotte’s Web” genannt. Seitdem wurde sie zur Behandlung vieler anderer behandlungsresistenter Epileptiker eingesetzt.

CBD Öl und Epilepsie

Die spezifische chemische Verbindung von CBD scheint eine vielversprechende Behandlungsoption für Epilepsie zu sein. CBD wird bei der Behandlung von Epilepsie gegenüber THC bevorzugt, weil es nicht psychoaktiv ist.

Erste Ergebnisse zeigen, dass es die Anfälle bei behandlungsresistenten Epilepsieformen reduzieren kann. CBD-Öl scheint für Kinder sicher zu sein. Allerdings sind die langfristigen Auswirkungen auf das sich entwickelnde Gehirn noch nicht untersucht worden.

Wie die meisten Medikamente kann auch die Behandlung mit CBD Nebenwirkungen haben.

  • Mundtrockenheit
  • Durchfall
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit
  • Eine Änderung in der Verarbeitung anderer Medikamente in der Leber

CBD hat seine Grenzen und ist kein Allheilmittel. Häufig muss es in Kombination mit anderen Epilepsietherapien verschrieben werden, um eine maximale Wirkung zu erzielen.

Die Forscher sind jedoch optimistisch, was die Behandlung von Epilepsie mit CBD betrifft. Es besteht jedoch noch kein Konsens über die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments.

Der genaue Mechanismus von Cannabidiol, der zur Linderung der epileptischen Symptome führt, ist immer noch nicht vollständig geklärt.

THC und Epilepsie

THC wurde aufgrund seiner psychoaktiven Wirkungen weitgehend von der Liste möglicher Behandlungsmethoden für Epilepsie ausgeschlossen. Es gibt Berichte, dass THC die Anfallsaktivität sogar erhöhen könnte.

THC wirkt jedoch im Allgemeinen als Antikonvulsivum und kann die Wirksamkeit anderer Antikonvulsiva erhöhen. Daher kann es auch wichtig sein, eine bestimmte Menge THC zu verwenden, um eine maximale Reduzierung der Anfälle zu erreichen.

In einer Studie wurde festgestellt, dass Patienten bei einem Verhältnis von CBD zu THC von 20:1 eine signifikante Reduktion der Anfälle zeigten. Die Mischung von THC und CBD zur Kontrolle epileptischer Anfälle funktioniert jedoch nicht bei allen Patienten.

Forschung

Viele Wissenschaftler sind sich einig, dass Marihuana wahrscheinlich eine Möglichkeit zur Behandlung von Epilepsie sein könnte. Um eine endgültige Schlussfolgerung ziehen zu können, sind jedoch noch wesentlich mehr Forschungen am Menschen erforderlich. Jüngste Fälle unterstützen jedoch die These, dass Marihuana bei der Behandlung von Epilepsie helfen könnte.

Es gibt nur wenige Studien über Marihuana und Epilepsie am Menschen, aber es gibt einige vielversprechende Forschungsergebnisse von GW Pharmaceuticals. Das Unternehmen stellt Epidiolex her. Epidiolex ist ein gereinigtes, 99%iges CBD-Extrakt auf Ölbasis aus der Cannabispflanze. Er wird derzeit in verschiedenen Ländern klinisch getestet.

In den Vereinigten Staaten wird dieses Produkt auf behandlungsresistente Formen der Epilepsie, wie das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom, getestet.

Darüber hinaus legt die tierexperimentelle Forschung nahe, dass CBD krampflösende Wirkungen bei Epilepsie hat.

Aufgrund fehlender klinischer Studien bleibt jedoch unklar, ob THC, CBD oder eine Kombination von beiden die beste Behandlung bei Epilepsie ist.

CBD-Studien bei Lennox-Gastraut-Syndrom und Dravet-Syndrom

Kürzlich wurden wichtige Studien (doppelblinde, placebokontrollierte Studien) für schwierige Epilepsiefälle wie das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) bei Kindern und Erwachsenen und das Dravet-Syndrom bei Kindern abgeschlossen. Die Behandlung erfolgte mit Epidiolex von GW Pharmaceuticals.

  • Die Personen, die Epidiolex erhielten, waren zwischen 2 und 26 Jahre alt mit einem Durchschnittsalter von 11 Jahren.
  • Alle litten an Epilepsie, die auf die derzeit verfügbaren Behandlungen nicht ansprach.
  • Während der Studie gingen die Anfälle um durchschnittlich 54% zurück.
  • Personen, die das Anfallsmedikament Clobazam (Onfi) einnahmen, schienen im Vergleich zu denjenigen, die nicht mit diesem Medikament behandelt wurden, besser auf Epidiolex anzusprechen.

Zwei wichtige Studien mit Epidiolex für LGS bei Kindern und Erwachsenen und eine mit Kindern mit Dravet-Syndrom zeigten vielversprechende Ergebnisse.

  • Sturzattacken (atonische Attacken) wurden in den beiden LGS-Studien um mehr als 40% reduziert, verglichen mit weniger als 20% bei Personen, die das Placebo erhielten, was statistisch signifikant war.
  • In der Dravet-Studie wurde ein Rückgang der Anfälle um 40% beobachtet, verglichen mit 17% in der Placebogruppe. Auch hier wurde eine Signifikanz im Vergleich zur Placebogruppe festgestellt.

Weitere Studien mit Epidiolex bei Menschen mit tuberöser Sklerose sind ebenfalls im Gange.

Eine israelische Studie mit einem Produkt, das 20 Teile CBD zu 1 Teil THC enthält, wurde in einem offenen Format für Kinder bis zu 18 Jahren mit schwer kontrollierbarer Epilepsie durchgeführt. Eine bedeutende Anzahl von Personen berichtete über einen Rückgang der Anfälle, wobei 7% eine Verschlimmerung der Anfälle zeigten.

Die Ergebnisse klinischer Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von CBD-Öl bemerkenswert wirksam ist, um die Symptome von Epilepsie zu lindern und die Anfälle nicht nur in Bezug auf die Intensität, sondern auch auf die Häufigkeit zu kontrollieren. Die positive messbare Wirkung von Cannabisöl auf Epilepsie ist ein großartiger Befund. Es bleibt jedoch noch viel zu tun, um CBD zum Standardmedikament für die Behandlung von Epilepsie zu machen. Bisher sind die meisten Studien an Tieren durchgeführt worden. Experimente an Menschen müssen in weit größerer Zahl durchgeführt werden. Erschwert werden die Untersuchungen aber auch dadurch, dass Cannabis in vielen Ländern nach wie vor verboten ist und Forschungsanträge verpufft oder entsprechend schwer durchzusetzen sind. Die Forschung, insbesondere am Menschen, steht erst am Anfang.

Zugelassene Behandlungsmethoden für Epileptiker 

Jede Behandlungsoption hat spezifische Vorteile und Risiken. Leider sind etwa 30% der Epilepsiepatienten nicht in der Lage, ihre Anfälle mit den zugelassenen Behandlungen zu kontrollieren. Viele Patienten suchen nach besseren Optionen.

  • Antikonvulsive Medikamente: Diese Medikamente sind bei der Behandlung von Epilepsie weit verbreitet. Zu den Nebenwirkungen können Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Zittern, Ausschlag und Gewichtszunahme gehören. Schwerwiegende antiepileptische Nebenwirkungen haben Berichten zufolge bei bis zu 40% der Patienten zum Abbruch der Behandlung geführt.
  • Ketogene Ernährung: Es gibt Hinweise darauf, dass eine fettreiche, kohlenhydratarme Ernährung zur Kontrolle der Epilepsie beitragen kann. Dies ist besonders bei Kindern hilfreich.
  • Hirnchirurgie: Wenn die Anfälle vom gleichen Hirnareal ausgehen, wird manchmal der entsprechende Hirnabschnitt entfernt. Zu den Nebenwirkungen der Operation können Gedächtnisprobleme, Verhaltensänderungen und Sehstörungen gehören.
  • Stimulation des Gehirns: Die Anwendung von elektrischem Strom auf bestimmte Bereiche kann bei der Behandlung von Epilepsie wirksam sein. Zu den Komplikationen der Stimulation gehören Infektionen und eine Verschlimmerung der Anfälle.

Wie hilft Cannabis bei Epilepsie?

Cannabis scheint eine krampflösende Wirkung zu haben, aber Wissenschaftler sind sich immer noch nicht sicher, wie genau Marihuana wirkt, um die Anfälle zu reduzieren.

Tierstudien deuten darauf hin, dass die Aktivierung des CB1-Rezeptors im Gehirn (Cannabinoid-Rezeptor 1 im Endocannabinoid-System) der Schlüssel zu den antiepileptischen Wirkungen von Marihuana sein könnte. Ähnliche Ergebnisse wurden jedoch auch bei der Aktivierung des CB2-Rezeptors (Cannabinoidrezeptor 2 im Endocannabinoidsystem) gefunden.

Die Fähigkeit von Marihuana, Anfälle zu reduzieren, wurde mit einer Gehirnchemikalie namens GABA (kurz für den Neurotransmitter γ-Aminobuttersäure) in Verbindung gebracht. GABA reduziert die Erregung in den Gehirnzellen, und viele häufig verschriebene Medikamente wirken, indem sie den GABA-Spiegel erhöhen.

Wenn herkömmliche Behandlungen nicht wirken, wie dies bei etwa 30% der Epilepsiekranken der Fall ist, könnte Cannabis in Betracht gezogen werden.

Perspektiven

Die wichtigsten Punkte, um CBD als potenzielle Behandlungsmethode von Epilepsie zu ermöglichen, sind

  • die Kosten
  • der Biokompatibilität
  • die möglichen kurz- und langfristigen negativen Nebenwirkungen.

Geht man davon aus, dass das CBD-Öl alle klinischen Studien besteht und somit Teil der Standardbehandlung von Epilepsie wird, scheint es viel vielversprechender zu sein als die derzeitige antiepileptische Therapie zur Anfallskontrolle und Epilepsieheilung.

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Thomas Holland

Thomas Holland

Thomas ist ein Experte wenn es um das Verfassen von Texten über Cannabis geht. Genau wie Maddie hat er ein riesen Interesse an diesem Gebiet seit er ebenfalls etwas in diese Richtung studiert hat. Abgesehen davon widmet Thomas seine Freizeit gerne der geschichtlich rechtlichen Lage von CBD, was nicht nur seine Texte beeinflusst sondern auch Maddie.